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LEBEN mit knappem Budget


In Zeiten steigender Lebenshaltungskosten erleben viele Menschen ein tägliches Abwägen und Rechnen: Was gibt es heute zu essen? Welche Anschaffungen sind wirklich notwendig? Kann ich mir eine Busfahrt zu kostenfreien Kulturangeboten leisten oder hat das für mich wertvolle Heilpräparat Vorrang? Diese Entscheidungsmomente prägen den Alltag von vielen Menschen mit einem schmalen Geldbeutel.

Die offizielle Definition von Armut in Deutschland – weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens – erfasst zwar einen wichtigen Orientierungspunkt, spiegelt aber die Lebensrealität einzelner Menschen kaum. Die aktuelle Armutsgrenze liegt laut Statistischen Bundesamt bei rund 1.446 Euro für Alleinlebende. Das heißt aber nicht, dass es keine Mitbürger*innen gibt, die noch weniger zur Verfügung haben. Rund 20% der Rentner*innen leben von weniger als 1.400 € monatlich.

Immer mehr Haushalte müssen jeden Cent dreimal umdrehen. Die Ursachen von finanziellen Einschränkungen sind individuell und vielfältig: unregelmäßiges Einkommen, prekäre Arbeitsverhältnisse, hohe Mieten, Pflegebedarf, emotionale und gesundheitliche Notlagen, alleinerziehend oder Mehrfachbelastungen und andere diverse Gründe.

Gestiegene Lebenshaltungskosten

In den letzten Jahren sind die LEBENS-Kosten in vielen Bereichen gestiegen. Das bedeutet für Menschen mit einem geringen Einkommen beunruhigende Herausforderungen mit. Aber auch Menschen, die bisher „okay“ mit ihrem Geld ausgekommen sind, geraten verstärkt unter Druck.

  • Wohnkosten: Die Mieten sind in den letzten Jahren stiegen, der Wohnungsmarkt angespannt. So fressen die Wohnkosten einen großen Anteil des Einkommens, besonders in Städten. Hohe Nebenkosten, Betriebskosten und notwendige Modernisierungen kommen noch dazu. Viele Haushalte sehen sich gezwungen, zwischen Mietzahlung, Heizkosten und Lebensmitteln abzuwägen – so geraten sie in eine Spirale aus finanzieller Unsicherheit.
  • Energiepreise: Strom- und Gasanbieter erhöhen regelmäßig die Preise, die Heizkosten im Winter steigen stetig und belasten den Geldbeutel.
  • Lebensmittelkosten: Die Preissteigerungen der Vergangenheit sowie in der Zukunft treffen Haushalte mit kleinem Budget besonders hart. Um eine gesunde und ausgewogene Ernährung sicherzustellen, reicht es oft nicht aus.
  • Mobilität: Von A nach B zu kommen ist eine Grundvoraussetzung für Teilhabe – Arbeit, Schule, Beratung, medizinische Versorgung und kulturelle Teilhabe. Doch öffentliche Verkehrsmittel sind nicht immer günstig oder zuverlässig und verstärken das Abwägen. Insbesondere wenn die körperliche Mobilität eingeschränkt ist und Fahrradfahren oder Laufen keine Alternative ist.
  • Gesundheit und Pflege: Wenn medizinische Versorgung durch rezeptpflichtige Medikamente, Therapien oder regelmäßige Arztbesuche zu teuer wird, geraten andere alltägliche Bedürfnisse schnell in den Hintergrund. Ohne ausreichende Unterstützung drohen Verschlechterung der Gesundheit und steigende Kosten im Verlauf.


Wie trotzdem LEBEN?

Wie gelingt das Leben ohne viel Geld? Ein Leben, das wirklich lebenswert ist und nicht nur durch Rechnen und Bangen geprägt ist. Eine schwere Aufgabe für jede*n Einzelne*n, der*die sich in der Situation befindet. 

Ein paar Denkanstöße, die ggf. unterstützen:

  • Scham beiseitestellen: Armut ist kein persönlicher Fehler. Niemand wählt soziale Benachteiligung, und sie kann uns alle treffen.
  • Hilfe annehmen: Familie, Freundinnen oder Nachbarn möchten unterstützen. Manchmal fällt es schwer, das Angebot anzunehmen – doch kleine Entlastungen machen einen Unterschied.
  • Unterstützung beantragen / nutzen: Wohngeld, Grundsicherung, Energieberatungen, Sozialdienstleistungen, kostenlose Rechtsberatungen.
  • Finanzen im Blick haben: Welche Einnahmen und Ausgaben werden monatlich getätigt? Welche Zahlungsverpflichtungen sind wirklich notwendig? Wo lassen sich Kosten senken, ohne Grundbedürfnisse zu gefährden?
  • Angebote nutzen: Sozialberatungen, Wohlfahrtsverbände, kommunale Programme wie der Kieler Senior*innen-Pass oder Stiftungen wie die Howe-Fiedler-Stiftung – es gibt viele Hilfsangebote, Rabatte und Beratung.
  • Einsamkeit mit Aktivität begegnen: Gemeinschaft, Nachbarschaftshilfe, gemeinsame Projekte oder kostenlose kulturelle Angebote stärken das Wohlbefinden.
  • Selbstfürsorge nicht vernachlässigen: kleine Rituale, Bewegung, Schlaf und Ernährung sind auch bei knappen Mitteln wichtig für Gesundheit und  Wohlbefinden.

Kein Text bietet alle Antworten für jede Person. Bedürfnisse, Ressourcen und persönliche „No-Gos“ variieren – und das ist völlig okay. Letztlich müssen sich die Bedingungen für einkommensschwache Menschen ändern und das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, abhängig von politischen Entscheidungen. 

Aber wir können aufklären, auf Missstände aufmerksam machen und Menschen in akuten Situationen unterstützen.
Kieler*innen ab 63 Jahren mit wenig Geld steht die Howe-Fiedler-Stiftung mit Rat und Tat zur Seite.

Schauen Sie sich auf der Webseite um: https://www.howe-fiedler-stiftung.org/ 
Oder nehmen Sie direkt Kontakt auf:
•    Telefon 0431 53 00 70 25
•    Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Stöbern Sie auch im Blog „Alter.Armut.LEBEN“ der Stiftung – hier gibt es viele Texte zu Projekten, Ideen und Informationen, die zeigen, wie man trotz begrenzter Mittel lebendig, aktiv und verbunden bleibt.

Podcast-Empfehlung zum Thema:
Groschendreher Podcast: Altersarmut im Alltag
https://groschendreher.podigee.io/2-neue-episode 

Quellen und weiterführende Links: